Vereinsgeschichte

Frühe Jahre - Gründung 1926 - Verbot durch die Nationalsozialisten 1938


Wappen

Vereinswappen von 1926

Leider ist aus den frühen Jahren des Vereins nur sehr wenig bekannt. Durch die geschichtlichen Ereignisse (Verfolgung des Schützenwesens durch die Nationalsozialisten, Verbot der Schützenvereine mit Austragung aus den Vereinsregistern, 2. Weltkrieg) sind viele Informationen verlorengegangen, Zeitzeugen, die berichten könnten, gibt`s auch nicht mehr. Nur eines ist klar: Es müssen schwierige Jahre gewesen sein. Das, was wir ermitteln konnten, ist in der Folge dargestellt. 

Die SG Edelweiß ist einer der Traditions - Schützenvereine Bruckmühls, gegründet im Jahr 1926. Die Vereinstätigkeit konnte jedoch nur bis zum Jahr 1938 ausgeübt werden, ab diesem Zeitpunkt mussten aufgrund einer Weisung der NS – Diktatur die Tätigkeiten aller Schützenvereine in Deutschland eingestellt werden. 

Schon in der Weimarer Zeit war das Schießen - stark eingeschränkt durch die Bedingungen des Versailler Friedensvertrags - im Deutschen Schützenbund reiner Sport im klassischen Sinn, und zwar nach wie vor mit den Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten Gewehren. 

Der Deutsche Schützenbund (DSB) mit seinen im Jahr 1933 ca. 40.000 Mitgliedern war dem Hitler - Regime aufgrund seiner nicht angepassten Bräuche und Strukturen suspekt. Das hat das Regime aber nicht daran gehindert, die Schießstände und Einrichtungen zu konfiszieren und für "regimtreue" Organisationen zugänglich zu machen und zu verwenden (SA, Hitlerjugend). Es wurden sowohl der Dachverband DSB als auch alle seine Mitgliedsvereine am 22. April 1938 aus den Vereinsregistern gestrichen. 

Link: Zur Geschichte des Schützenwesens 

Das Gründungslokal der SG Edelweiß war 1926 der Gasthof Strangl, der heutige „Brückenwirt“. Aus der Zeit der frühen Gründerjahre ist noch eine Zeichnung des ersten Vereinswappens (s. o.) erhalten. Diese Zeichnung ist zusammen mit der Stickerei auf der Vereinsfahne ein wichtiger Hinweis auf das Gründungsdatum des Vereins. Auch ein Bild der Fahnenweihe gibt es noch. Das Datum der Aufnahme ist auf der Rückseite handschriftlich vermerkt. – Die Fahne wurde, wie auch die Schützenkette und die Blattl-Auswertemaschine, über den Krieg gerettet. Übrigens hat die Blattl-Auswertemaschine bis zum Jahr 2019 überlebt - Eine Reparatur scheiterte an einem nicht mehr verfügbarem Ersatzteil! 

Fahnenweihe

Fahnenweihe 1938 - vor dem Gasthof Strangl, dem  heutigen "Brückenwirt" - unmittelbar vor dem Verbot durch die Nationalsozialisten

Wiedergründung 1951

Die Wiedergründung im Jahr 1951 erfolgte ebenfalls im Gasthof Strangl. Es wurde einstimmig beschlossen, dass man hauptsächlich Zimmerstutzen schießen wollte, eine lt. Waffengesetz „scharfe Waffe“, für die auch eine Waffenbesitzkarte benötigt wurde. Luftgewehre galten damals noch als „Kinderspielzeug“. Im Lauf der Jahre gewannen dann aber doch die immer weiter entwickelten Luftdruckwaffen die Oberhand.

Vereinslokal "Hackerstüberl", später „Poseidon“

Der "Brückenwirt" (Strangl) blieb das Vereinslokal bis 1974, im Jahr 1975 erfolgte der Umzug in das damalige "Hackerstüberl" in der Sonnenwiechser Str., das später nach Übernahme durch eine griechische Familie in "Poseidon" umbenannt wurde. Nachdem die Vereinsmitglieder den ehemaligen angegliederten Tanzsaal, einen großen Holzanbau, in einen sehr geräumigen Schießstand umgebaut hatten (ab ca. 1973), verfügte man sogar über ein kleines Vereinslokal. Diese Einrichtung konnte man dann 25 Jahre lang unentgeltlich nutzen. Eigentümer des Gebäudes war damals Altbürgermeister Karl Puff. - Übrigens wurde 1973 durch Mitglieder der SG Edelweiß, Johann Gigglinger und Karl Steininger, die mittlerweile traditionelle "Marktmeisterschaft" aller Bruckmühler Schützenvereine ins Leben gerufen.

Vereinswappen

Vereinswappen seit 1978

Gründung der Sparte Bogenschießen

Nach vielen vergeblichen Anfragen, die W. Eichelberger bei anderen Bruckmühler Vereinen gestartet hatte, stimmten die Edelweißschützen unter dem damaligen 1. Schützenmeister Willi Kern in der Jahreshauptversammlung im Januar 1996 zu, eine Sparte Bogenschießen in den Verein aufzunehmen.  Im Februar 1996 wurde dann die Bogensparte gegründet. W. Eichelberger "trommelte" 11 Interessenten zusammen, die sich im Schützenzimmer des „Poseidon“ versammelten und die Gründungsvoraussetzungen besprachen: Als Schießplatz wurde ein Gelände am Moosbachl nördlich von Noderwiechs bestimmt, das von dem Landschaftsgärtner Gregor Harnischmacher, der es nicht mehr benötigte, kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. (Auf diesem Gelände sind heute die Modellflieger). Dieses Gelände erlaubte sogar ein Schießen auf die heute nur noch selten geschossene Distanz von 90 m. Als Gegenleistung erhielt Gregor eine beitragsfreie Mitgliedschaft. Bei der Gründung wurde beschlossen, 7 Anfängerausrüstungen anzuschaffen, um Interessenten schnell einen preiswerten Einstieg in den Sport zu ermöglichen. - 

Aus den 11 Gründungsmitgliedern hat sich im Lauf der Jahre eine stattliche Abteilung mit 127 Mitgliedern entwickelt (Stand Mai 2022), die sich auf vielen Turnieren und Meisterschaften einen Namen gemacht haben.

"Archie", das erste Logo der Sparte Bogenschießen

Logo Sparte Bogen

Logo der Sparte Bogenschießen seit 2004

Vereinslokal „Bahnhofsgaststätte“

Aufgrund eines Eigentümerwechsels musste der Schießstand im "Poseidon" im Jahr 1999 leider aufgegeben werden, die Nachfolgeeigentümerin stellte sich eine Miethöhe vor, die der Verein nicht aufbringen konnte. (Der Schießstand wurde wenige Jahre später abgerissen, da sich niemand fand, der die Miete für den Raum bezahlt hätte). Der Nachfolgeschießstand wurde in der damaligen „Bahnhofsgaststätte“ gefunden. Allerdings war der Schießstand im Keller nur eine - pardon – finstere Höhle, in die man keine Gäste einladen konnte. Von den 5 Ständen gingen 3 Richtung Osten und 2 nach Westen, verbunden durch einen schmalen gemeinsamen Gang. Das Ganze zwischen grob gemauerten schmutzigen Wänden. Von einer auf Wachstum ausgerichteten Vereinsarbeit konnte unter diesen Bedingungen keine Rede mehr sein. 

20 Jahre Bogenschützen in Bruckmühl

2016 feierte die Bogensparte ihr 20-jährige Bestehen - die SG Edelweiß (Hauptverein) stiftete dazu ein Fahnenband Bogenschießen zur Vereinsfahne; herzlichen Dank dafür! Ebenfalls im Jahr 2016 gab W. Eichelberger nach 20 Jahren die Spartenleitung Bogen an Christian Hörberg ab, der bis heute der Sparte sehr erfolgreich vorsteht. Die 25 - Jahrfeier im Jahr 2021 ist leider der Pandemie zum Opfer gefallen. Heute, 2022, sind von den 11 Schützen der 1. Stunde noch 4 im Verein, teilweise noch aktiv. 

Das Fahnenband der Bogenschützen

Die 1. Schützenmeister der SG Edelweiß Bruckmühl e. V. seit der Wiedergründung im Jahr 1951:

Ewald Franz                     1951 – 1952

Fischhaber Jakob             1952 – 1959

Würstl Anton                   1960 – 1972

Steininger Karl                 1973 – 1975

Gigglinger Hans               1975 – 1979

Zißler Wolfgang                1980 – 1981

Fuchs Lorenz                    1981 – 1985

Kern Willi sen.                 1986 – 2000

Bauer Franz jun.              2001 – 2014

Wolfram Eichelberger            seit 2015

 

Die Vereinsodysee ...

Seit der Schließung der „Bahnhofsgaststätte“ im Jahr 2016 sind die Gewehr- und Luftpistolenschützen „auf Wanderschaft“, als Gast bei verschiedenen Schützenvereinen in Bruckmühl, Vagen und Götting. Seit 2019 sind die LG- und LP -Schützen bei ihrem Patenverein SG Waith im Ortsteil Götting untergebracht. Allen Gastvereinen schulden die Schützen große Dankbarkeit für ihre Hilfe, das hat den Verein über die größten Schwierigkeiten hinweggerettet. 

… hat 2022 ein Ende!

Von der Marktgemeinde erhielt der Verein die Zusage, dass Räume im Keller des neuen Bürger- und Kulturhaus, der "Kulturmühle", für einen eigenen Schießstand im Rahmen der Generalsanierung der Bahnhofsgaststätte und ihrem Umbau in das Bürger- und Kulturhaus zur Verfügung gestellt werden. Dort wird der Verein nebst einem geräumigen Schützenstüberl einen Materialraum einrichten. Es wird dort einen Schießstand mit 8 Plätzen geben, ausgerüstet mit einer elektronischen Schießanlage, rechnergestützt und wettkampftauglich mit automatischer Auswertung. Der Gemeinschaftsraum (54 Plätze) ist medial ebenfalls auf neuestem Stand, und im Materialraum können endlich alle Vereinsmaterialien, die bis jetzt provisorisch in Privathaushalten untergebracht waren, zusammen und geordnet aufbewahrt werden.
Der neue Schießstand wird zugelassen für Luftdruckwaffen und für Zimmerstutzen.


Die Einweihung der Räumlichkeiten wird für die Öffentlichkeit am 22. Okt. 2022 stattfinden. Besuchen Sie uns,  wir freuen uns darauf. 

Einen interessanten Bericht über die Geschichte der SGE Schützen - erschienen im Mangfallboten 09. April 2022 - findet ihr hier!

 

Zur Eröffnung zeigen und erklären wir Ihnen gerne im Schützenstüberl die von uns verwendeten Luftdruckwaffen (Luftgewehr, Luftpistole), Zimmerstutzen, sowie alle gängigen Sportbögen (Langbögen, Jagdbögen, Recurvebögen und Compound-bögen) mit jeweiligem Zubehör.

Wolfram Eichelberger

1. Schützenmeister

Bruckmühl, im Mai 2022

 

Wen`s interessiert:

 

Die tabellarische Vereinsgeschichte

Aufstellung ab 1951  Vereinsvostände
     
Jahr Funktion Name
     
1951 1. Schützenmeister Ewald Franz
  2. Schützenmeister Fischhaber Jacob
  Kassier Assner Kasper
  Schriftführer  Lindner Paul
     
1952 1. Schützenmeister Fischhaber Jacob
  2. Schützenmeister Ewald Franz
  Kassier Assner Kasper
  Schriftführer Ott Adam 
  Freischützen waren eingeladen  
     
1953 2. Schützenmeister Fischhaber Jacob
  2. Schützenmeister Ewald Franz
  Kassier Assner Kasper
  Schriftführer Ott Adam 
     
1954 - 1959 1. Schützenmeister Fischhaber Jakob
  2. Schützenmeister Würstl Anton
  Schriftführer Niggl Otto
  Kassier Assner Kasper
     
1959 Gauschützenkönig Niggl Otto
  Teilnahme am Oktoberfestzug  
     
1960 - 1961 1. Schützenmeister Würstl Anton
  2. Schützenmeister Weyerer Josef
  Schriftführer Niggl Otto
  Kassier Assner Kasper
     
1962 1. Schützenmeister Würstl Anton
  2. Schützenmeister Weyerer Josef
  Schriftführer Niggl Otto
     
1963 1. Schützenmeister Würstl Anton
  2. Schützenmeister Weyerer Josef
  Schriftführer Niggl Otto
  Kassier Lindner Hans
     
  Neuwahlen allse 3 Jahre ab sofort
     
1967 1. Schützenmeister Würstl Anton
  2. Schützenmeister Niggl Otto
  Schriftführer Paa Karl-Heinz
  Kassier Lindner Hans
     
  Bei Rundenwettkämpfen stieg die Mannschaft in die A-Klassse auf. 
  Eine 2. Mannschaft wurde gegründet.
     
1968 1. Schützenmeister Würstl Anton
  2. Schützenmeister Niggl Otto
     
1969 1. Schützenmeister Würstl Anton
  2. Schützenmeister Steininger Karl
  Schriftführer Paa Karl-Heinz
  Kassier Lindner Hans
     
1971 - 1972 1. Schützenmeister Würstl Anton
  2. Schützenmeister Steininger Karl
  Schriftführer Schreiner Josef
  Kassier Lindner Hans
     
1973 1. Schützenmeister Steininger Karl
  2. Schützenmeister Gigglinger Hans
  Schriftführer Schreiner Josef
  Kassier Lindner Hans
     
  1973 Neues Vereinslokal: Hackerstüberl  (jetziges "Poseidon")
     
1975 - 1979 1. Schützenmeister Gigglinger Hans
  2. Schützenmeister Kiesl Richard
  Schriftführer Schreiner Josef
  Kassier Lindner Hans
     
1980 1. Schützenmeister Zißler Wolfgang
  2. Schützenmeister Kiesl Richard
  Schriftführer Schreiner Josef
  Kassier Siegfried Höppler
  Schriftführer (2) Paa Karl-Heinz
  Kassier (2) Lindner Hans
     
  Beschluß alle 2 Jahre Neuwahlen
     
1981 1. Schützenmeister Lorenz Fuchs
  2. Schützenmeister Kern Willi sen.
  Schriftführer Schreiner Josef
  Kassier Höppler Siegfried
     
1985 - 1986 1. Schützenmeister Kern Willi sen.
  2. Schützenmeister Höppler Siegfried
  Schriftführer Seitz Bernd
  Kassier Lechl Hans
  Entscheidung: Eintrag in das Vereinsregister: ja
     
1987 1. Schützenmeister Kern Willi sen.
  2. Schützenmeister Kotisch Erwin
  Schriftführer Seitz Bernd
  Kassier Kotisch Thomas
     
1987 Eintragung in das Vereinsregister
     
1988 Der Sportverein erteilte dem SG Edelweiß eine Absage
     
1989 - 1994 1. Schützenmeister Kern Willi sen.
  2. Schützenmeister Kotisch Erwin
  Schriftführer Seitz Bernd
  Kassier Kotisch Thomas
     
1995 - 1996 1. Schützenmeister Kern Willi sen.
  2. Schützenmeister Kotisch Erwin
  Schriftführer Seitz Bernd
  Kassier Weiß Erich
     
1996 Gründung der Bogenabteilung Eichelberger Wolfram
     
1997 - 2000 Vereinslokal Bahnhofgaststätte  
  1. Schützenmeister Kern Willi sen
  2. Schützenmeister Bauer Franz
  Spartenleiter Bogen Eichelberger Wolfram
  Schriftführer Seitz Bernd
  Kassier Weiß Erich
     
2001- 2007 1. Schützenmeister Bauer Franz jun.
  2. Schützenmeister Fuchs Karl
  Spartenleiter Bogen Eichelberger Wolfram
  Schriftführer Seitz Bernd
  Kassier Pfeffer Brigitte
     
2008 - 2010 1. Schützenmeister Bauer Franz jun.
  2. Schützenmeister Fuchs Karl
  Spartenleiter Bogen Eichelberger Wolfram
  Schriftführer Fuchs Alexandra
  Kassier Pfeffer Brigitte
     
2011 - 2013 1. Schützenmeister Bauer Franz jun.
  2. Schützenmeister Hohlweg Walter
  Spartenleiter Bogen Eichelberger Wolfram
  Schriftführer Kielblock Roland
  Kassier Pfeffer Brigitte
     
2014 1. Schützenmeister Bauer Franz jun.
  2. Schützenmeister Hohlweg Walter
  Spartenleiter Bogen Eichelberger Wolfram
  Schriftführer Kielblock Roland
  Kassier Pfeffer Brigitte
     
2015 - 2023 1. Schützenmeister Eichelberger Wolfram
  2. Schützenmeister Hohlweg Walter
  Spartenleiter Bogen Christian Hörberg
  Schriftführer Kielblock Roland
  Kassier Pfeffer Brigitte
     
2015 waren wir in Vagen bei den Vagener Burgschützen beim schie- ßen. Vorher hatten wir ein kurzes Gastspiel in Högling. Danach sind wir in die Göttinger Alm umgezogen und sind bis 2022 dort.
   
2022 Im Jahre 2022 können wir dann in das neue Bürgerhaus (vormals Bahnhofswirtschaft) endgültig einziehen.
   
Das Vereinsleben wurde bis zur Corona - Pandemie durch verschiedene Veranstaltungen sehr lebendig gestaltet. Es wurden Vergleichsschießen, Gaumeisterschaften, Freundschaftschießen, Fahneneinsätze, Beteiligungn an div. Feiern und vielem  mehr gestaltet. Außerdem gab es Vergleichschießen mit der Partnergemeinde Bruckmühls Bruck a. d. Leitha mit gegenseitigen Besuchen.
 
    Brigitte Pfeffer, 10.05.2022