Der Compoundbogen ist wesentlich kürzer als Recurve- oder Langbögen. Er besitzt an mindestens einem Wurfarm eine meist exzentrische Umlenkrolle, die einen "Flaschenzugeffekt" beim Auszug bewirkt. Nachdem ein "Gipfelgewicht" überwunden wurde, zieht sich der Bogen extrem leicht, er besitzt im Zielzustand lediglich nur 20 % des Gipfelgewichts. Optische Zielhilfen sind erlaubt, so besteht das Visier (Scope) aus einer großen Linse, durch die über eine in der Bogensehne eingelassene Minilinse (peep sight) ein starker Vergrößerungseffekt erzielt wird, das Visier ist also so etwas wie ein "Fernrohr", allerdings ohne Rohr. Damit ist der Compoundbogen, auch aufgrund seiner spezifischen Bauart, extrem zielgenau. Der Compoundbogen ist nicht zur Olympiade zugelassen, es gibt Compound-Weltmeisterschaften. Speziell in den USA wird meist Compound geschossen.

Auf WA (= World Archery) - Turnieren wird mit dem Compounbogen auf max. 90 m geschossen. Auf nationalen und internationalen Meisterschaften sind 2 x 36 Pfeile auf 70 m Distanz vorgeschrieben. Notwendiges effektives Zuggewicht für diese Distanz ca. 25 lbs, entspr. 11,5 kg. (lbs. = engl. Pfd.), Haltegewicht beim Zielvorgang ca. 2,8 kg. Die meisten Compoundbögen haben jedoch > 40 lbs "Gipfelgewicht". Auf Turnieren sind jedoch maximal 60 lbs. (entspr. ca. 25, 8 kg, = Haltegewicht ca. 5,8 kg) erlaubt.

Durch seine Technik hat der Compoundbogen einen erheblichen höheren Wirkungsgrad als der Recurvebogen. Die Grafiken zeigen, dass der Compoundbogen die größte Energiespeicherungsfähigkeit besitzt, gefolgt vom Recurvebogen. Am Ende dieser Kette steht der Langbogen.

Compoundbögen werden beim 3D - Schießen ohne Visier auch als Blankbögen geschossen.

 

 

 

 

 

 

 

         

                                                    

 

 

Compoundbogen                                                                                             Peep Sight und Scope mit Wasserwage

 

 

 

Kraft - Wegdiagramm eines Compoundbogens